Systemintegration und Intelligenz prägen die Zukunft der Patientenpositionierung

Die Entwicklung offener Schnittstellen zwischen Laser- und Bildgebungs- bzw. Strahlentherapiesystemen verschiedener Hersteller wird die Patientenpositionierung und -ausrichtung noch schneller und noch bequemer für den Patienten machen.

21.06.2021

Der Text wurde ursprünglich in der Sommersausgabe der EMP News der European Federation Of Organizations For Medical Physics - EFOMP veröffentlicht.

Hypofraktionierte Strahlentherapie findet eine zunehmend breitere Anwendung. Eine höhere Dosis pro Fraktion in weniger Sitzungen ist nicht nur für den Patienten im Hinblick auf eine bessere Behandlungserfahrung sinnvoll, sondern auch für das Behandlungszentrum aufgrund der damit einhergehenden geringeren Pflegekosten und des höheren Patientendurchsatzes. Dies macht Präzision noch wichtiger. Der Schutz von Patienten vor ionisierender Strahlung auf gesundes Gewebe ist unverzichtbar. Zur Konzentration der Bestrahlung direkt auf den Tumor muss die Patientenpositionierung in jeder Behandlungssitzung akkurat und reproduzierbar sein. Dabei kommt den Lasern eine wichtige Aufgabe zu, nämlich mit möglichst niedrigem Zeitaufwand eine möglichst präzise Patientenpositionierung und -ausrichtung  zu unterstützen. Um wertvolle Linac-Zeit zu sparen, können die Arbeitsschritte zur Einrichtung und Vorbereitung der Patientenpositionierung bereits im CT-Raum durchgeführt werden.

Der erste Schritt in der Behandlungskette ist die Bildgebung am Patienten. Nach der Positionierung und Immobilisierung des Patienten wird ein CT-Bild erstellt, gefolgt von einer optionalen virtuellen Simulation. Die Koordinaten des Zielpunktes werden festgelegt und die zugehörigen Markierungen auf den Körper des Patienten aufgebracht. Für einen höheren Weichgewebekontrast werden bei manchen Krebsarten (z.B. im Gehirn) zusätzliche MR-Bilder erstellt. Hierfür muss der Patient genauso positioniert und ausgerichtet werden wie bei der CT-Bildgebung, sodass die CT- und MR-Daten zueinander passen. Daher sind Präzision und Genauigkeit auch hier von großer Bedeutung ebenso wie die Sicherheit. Übrigens sind die LAP Systeme DORADOnova MR3T und APOLLO MR die einzigen Lasersysteme für die MR-Umgebung, die über eine 510(k) Zulassung der FDA verfügen. Nach der Behandlungsplanung wird die eigentliche Behandlung am LINAC durchgeführt.  Hier muss der Patient vor der Bestrahlung wieder nach dem Zielpunkt positioniert, immobilisiert und ausgerichtet werden. Es ist wichtig, dass die am CT erfolgte Immobilisierung bei jeder Fraktion am LINAC reproduzierbar ist.

Diese Arbeitsschritte lassen sich wie folgt zusammenfassen: Es gibt verschiedene Koordinatensysteme in der Behandlungskette: das CT- und das MR-Koordinatensystem, das Koordinatensystem des Patienten und das Koordinatensystem des Behandlungsgerätes. Bei der Planung und der Behandlung müssen diese Koordinatensysteme zueinander kongruent sein. LAP bietet ein unabhängiges und zuverlässiges Laser-Koordinatensystem für jeden Arbeitsschritt. Laser im CT, MR und LINAC helfen dabei, die Kongruenz zwischen diesen Koordinatensystemen sicherzustellen, sodass die Behandlungen erfolgreich und zeitsparend durchgeführt werden.  Die Laser werden auch als geräteunabhängiges Bezugssystem für die Durchführung regelmäßiger QA-Aufgaben eingesetzt.

Alle Arbeitsprozesse im CT und MR werden optimal von den LAP Lasersystemen DORADO und DORADOnova unterstützt, in Kombination mit dem CARINAnav Kontrollsystem. Dieses bietet zwei Standard-Schnittstellen für den Datenaustausch und eine Schnittstelle für die direkte Steuerung der Laser, die in die syngo.via RT Image Suite von Siemens Helthineers integriert ist.  LAP Systeme sind die einzigen Lasersysteme, die den wichtigen Vorteil der Systemintegration bieten. Genau darin sehen wir auch ein hohes Zukunftspotenzial: nämlich in der Integration unserer Systeme in spezielle Schnittstellen in der RT-Umgebung, um  Systemgrenzen zu verringern und Fehler bei der Anwendung zu minimieren.

Die Entwicklung offener Schnittstellen zwischen Laser- und Bildgebungs- bzw. Strahlentherapiesystemen verschiedener Hersteller wird die Patientenpositionierung und -ausrichtung noch schneller und noch bequemer für den Patienten machen. Und all das bei einer einfachen Bedienbarkeit und einer hohen Benutzerfreundlichkeit. Zudem könnte die „integrierte Intelligenz“ die Identifizierung geometrischer Deformierungen erlauben, die in der Anatomie des Patienten zwischen den Behandlungen entstehen, und entsprechende Anpassungen vornehmen. Diese und weitere Entwicklungen gestalten die Zukunft der Patientenpositionierung.

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